Der Arbeitsplatz der Zukunft

Bild: Giorgio Montersino/flickr

Dieser Post ist ein Beitrag zur Blog-Parade die von netmedia veranstaltet wird. Auf Grundlage meiner eigenen Erfahrungen und meiner persönlichen Arbeitsweise versuche ich im Folgenden einen Ausblick darauf zu geben, wie sich der Arbeitsplatz in Zukunft entwickeln wird.

Mobilität ist nach meiner Ansicht das entscheidende Schlagwort, wenn es darum geht, wie wir in Zukunft arbeiten. Meine Kollegen und ich praktizieren das schon heute recht exzessiv. Wir arbeiten verteilt auf Bayern und Berlin, mal im Home-Office, mal in einer Art Gemeinschaftsbüro. Teambesprechungen finden in terminlich vereinbarten Telefonkonferenzen statt. E-Mail und Chat unterstützen die Kommunikation im Arbeitsalltag.

Man muss selbstverständlich differenzieren. Das produzierende Gewerbe beispielsweise wird weiterhin auf Arbeitsmittel und eine Umgebung angewiesen sein, die nicht beliebig an jedem Ort verfügbar ist. Aber wer Telefon und Computer seine Werkzeuge nennt, für den entstehen gerade die idealen Bedingungen um flexibel und vor allem mobil zu arbeiten. Die treibende Kraft hinter diesem Trend ist der Ausbau von schnellen Internetzugängen. Damit lassen sich viele Anwendungen, wie Telefonanlage, Mail, Kalender, ERP- und CRM-Software etc. in die Cloud auslagern und als Service von spezialisierten Dienstleistern beziehen. Die Nutzung dieser zentral im Internet bereitgestellten Dienste funktioniert unabhängig von Ort und Zeit und ermöglicht die Zusammenarbeit der Mitarbeiter über die Grenzen des Firmengrundstücks hinaus. Neue Geräteklassen, wie Smartphones oder Tablets tun ihr Übriges, um den Telearbeitsplatz vom Büro zu entkoppeln.

Vor allem die Arbeitnehmer wünschen sich mehr Flexibilität. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) wollen 67 % der Befragten mindestens an einigen Tagen im Home-Office arbeiten oder tun dies bereits. Die Vorteile dieses Modells liegen auf der Hand: Der Mitarbeiter spart sich den Arbeitsweg und bekommt die nötige Flexibilität, um Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Der Arbeitgeber profitiert von geringeren Kosten für den Arbeitsplatz und kann Fachkräfte langfristig an sich binden.

Dennoch sind es vor allem die Arbeitgeber, die auf die Bremse treten. Es bedarf eines gewissen Vertrauensvorschusses gegenüber den Mitarbeitern. Der Chef muss die Zügel zwangsläufig lockern und hat nicht mehr die ständige Kontrolle über seine Angestellten. Traditionell wird Arbeitsleistung an den im Büro zugebrachten Stunden gemessen. An dieser Stelle ist Umdenken gefragt. Eine ergebnisorientierte Bewertung der Arbeitsleistung ist letztlich auch aus unternehmerischer Sicht sinnvoll.

Bei aller Euphorie sollten die Gefahren eines zeitlich und räumlich flexiblen Arbeitsplatzes nicht verschwiegen werden. Viele Zu-Hause-Arbeiter klagen über ein Verschwimmen der Grenze zwischen Beruf und Freizeit. Einige sehen die Work-Life-Balance in Gefahr. Die ständige Erreichbarkeit für Kollegen und Vorgesetzte kann zum Dauerstress ausarten. Schnell ist die neue Volkskrankheit Burnout Gegenstand der Diskussion. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit nötig. Das Smartphone muss gelegentlich ausgeschaltet und das Mail-Programm geschlossen werden. Nur so lässt sich auch die Qualität des Arbeitsplatzes der Zukunft erhöhen.

Über Dominik Mauritz

Dominik Mauritz ist Gründer, Geschäftsführer und Visionär von vio:networks. Er ist für Geschäftsentwicklung und Kundenbetreuung zuständig.
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Eine Antwort auf Der Arbeitsplatz der Zukunft

  1. Bianca Gade sagt:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag! Work-Life-Balance ist wirklich ein großes Thema, dem viel Disziplin auf der einen und großes Vertrauen auf der anderen Seite einher gehen muss. Die Grafik dazu kannte ich auch noch nicht. Wirklich interessant, danke!

    Viele Grüße aus dem Saarland
    Bianca Gade